Die Geschichte des Dartspiels in Neu-Isenburg

Der Ursprung dieses Vereins war bereits 1973. Die Gründung des Dartclub Rhein Main war auch gleichzeitig die Geburtsstunde des Dartsports in Deutschland. Dies passierte allerdings noch auf der „Recreation Area“ auf der damaligen Airbase bei Zeppelinheim. Es entstand einer der ersten Dartclubs in Deutschland und unter der Führung von Robert „Bob“ Ryan hatte sich auch ein Visionär gefunden, der den heutigen Dartsport maßgeblich prägte.

Innerhalb dieser ersten Zeit bildeten sich weitere Dartvereine im gesamten Rhein-Main Gebiet (in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Marburg). Diese Vereine waren 1978 als Organisatoren für das erste deutsche Ranglistenturnier in der Jahrhunderthalle Höchst verantwortlich. „Think Big“ dachte man sich und lud alle Vereine in Deutschland ein. Es kamen 156 Dartspieler zu diesem Event und man versuchte, alle Spieler davon zu überzeugen, sich deutschlandweit zu organisieren. Es entstand die erste Adressliste für die Gründung eines deutschen Dart Verbandes und alle trugen sich ein.

Die Mannschaften im Rhein-Main Gebiet machten es dann auch gleich vor. 1979 war das Gründungsjahr des Frankfurter Dartverbandes unter Führung von Robert Ryan. Mit der Gründung des deutschen Dartverbandes 1981 übernahm er dann auch das Amt des Vizepräsidenten.

Doch auch im eigenen Verein musste es weitergehen und man hielt mittlerweile schon Ausschau nach einem geeigneten Spielort in Neu-Isenburg, da es in der Recreation Area so nicht weitergehen konnte. 1984 hatte der Dartclub Neu-Isenburg seine erste Heimat in unserer Stadt. Das „Bobbestübbsche“ in der Karlstraße hatte genug Platz und freundliche Bedienung, so dass der Umzug einfach war.

Nach dem Dartverein Neu-Isenburg bildeten sich 1984 weitere Dartvereine in Gravenbruch (Dartclub Challengers) sowie auch in Zeppelinheim, der Dartclub Ghostbusters unter dem Dach der TuS Zeppelinheim e.V.

Die Mannschaften aus Zeppelinheim und Neu-Isenburg waren 1985 zwei der 7 Gründungsmitglieder des hessischen Dartverbandes. Robert Ryan wurde damals auch der erste Präsident des neu gegründeten Hessischen Dartverbandes (HDV).

Damals begonnen auch die ersten Gespräche, alle Neu-Isenburger Vereine irgendwann zusammenzulegen, doch der Lokalpatriotismus verhinderte dies mit natürlichen Mitteln. Es war natürlich Ehrensache, gegen einen Gegner aus der eigenen Stadt gewinnen zu müssen, doch es gab auch immer wieder Gespräche und viele gemeinsame Aktionen, in denen die Zusammenarbeit immer im Vordergrund stand. Der heutige Hauptverein in Neu-Isenburg hatte im Verlauf seiner Geschichte sehr viele Wandlungen in Sachen Vereinsspielort zu tragen. Das Problem war, das eine Sportart wie Dart nirgendwo bekannt war und man als Spielorte fast ausschließlich Gaststätten hatte. So wanderte der Verein im Laufe der Jahre durch unendlich viele Gaststätten, ohne eine wirkliche Heimat zu haben. Dies brachte den Verein auf die Idee, ein eigenes Domizil zu bauen. 1995 war es dann soweit. Mit Hilfe der Stadt und der IG Vereine schaffte es Robert Ryan, ein Domizil in der Schleußnerstraße zu finden, das im Eigenbau zu einem wirklich schönen und in ganz Deutschland bekannten Spielort heranwuchs.

Im September 1995 war es der Dartclub Challengers als Erstes, der mit dem Dartverein Neu-Isenburg fusionierte. Der Dartclub hatte nun auch keinen Spielort mehr und fragte bei Bob Ryan in Neu-Isenburg an, ob man nicht beide Vereine zusammenlegen könne. Dies war der erste von 2 Zusammenschlüssen innerhalb Isenburgs.

In Zeppelinheim dauerte es länger. Nachdem der DC Ghostbusters nicht mehr auf dem Sportgelände der TuS Zeppelinheim spielen konnte, bot sich eine Gelegenheit am Bahnhof an. In der damaligen Bahnhofsgaststätte fanden sie Ihr Domizil und spielten dort von 1987 bis 1998 erfolgreich Dart. Doch dann kam die Deutsche Bahn und wollte Ihre ICE Trasse nach Mannheim ausbauen und das historische Bahnhofsgebäude musste den Baggern weichen.

Nachdem der Verein dann 2 Jahre im ausländischen Walldorf spielte, fanden Robert Ryan und Robert Heyne, damaliger zweiter Vorsitzender der Ghostbusters, im Jahre 2000 eine bessere Lösung. Die zweite Fusion fand statt und alle Spieler aus Zeppelinheim fanden Ihre Heimat im Dartclub der Neu-Isenburger.

Von diesem Zeitpunkt an festigte sich der Dartsport in Neu-Isenburg immer mehr. Der Verein wuchs an Mitgliedern und an sportlichen Erfolgen immer mehr. Bis zum Jahre 2003 stellte Neu-Isenburg einmal den Hessenmeister und dreimal den hessischen Jugendmeister. Viele nationale Turniere wurden gewonnen und auch Dart Exkursionen nach Malta und Katalonien wurden erfolgreich gemeistert. An Pokalen und Urkunden mangelte es nicht.

Als im Jahre 2003 die erste Dart Bundesliga entstand war es Neu-Isenburg, die eine Auswahlmannschaft mit ins Rennen brachte – die Dartinteressengemeinschaft (DIG) Neu-Isenburg. Die Bundesligasaison wurde in den Vereinsräumen des Dartvereins von dem damaligen Bürgermeister Oliver Quilling feierlich eröffnet. Mit dieser Mannschaft schrieb der Verein dann endgültige Dartgeschichte. In der ersten Bundesliga Saison 2003/2004 stellte Neu-Isenburg den ersten deutschen Meister.

Dies hatte sich auch in der Stadt Neu-Isenburg herumgesprochen und sogleich wurden die Dartspieler zur „Mannschaft des Jahres 2004“ bei dem Neu-Isenburger „Ball des Sports“ in der Hugenottenhalle geehrt.

Diese Mannschaft schaffte es in den Saisons 2005/2006 und 2006/2007 zum Vizemeister.

Innerhalb des Vereines gab es 2004 auch einen Wandel im Vorstand. Nachdem Robert „Bob“ Ryan nun die Geschichte des Vereins von Kindesbeinen geleitet hatte, übergab er das Amt an Robert Heyne, der bis dahin 2. Vorsitzender war. Allerdings ist Bob nach wie vor, als Ehrenvorsitzender gemeinsam mit seiner Frau Renate, aktiv im Verein tätig .

Der Spielbetrieb des Vereines baute sich in den folgenden Jahren weiter aus. Mittlerweile hatte man 30 Mitglieder, die in verschiedenen Ligen aktiv am Spielbetrieb teilnahmen. Neben der Bundesliga waren Mannschaften in der Landesliga und Bezirksliga angetreten. Der Verein übernahm Patenschaften für zwei weitere Vereine in Langen mit 20 Mitgliedern, die in der Kreisliga und Bezirksliga antraten.

2007 löste sich die Bundesligamannschaft leider auf, da andere Vereine die meisten Spieler abwarben. Da es aber genug Spieler gab um die anderen Ligen zu besetzen, hatte dies der Verein gut wegstecken können und hatte zwar nun nicht mehr auf der ganz großen Bühne mitspielen können, konzentrierte sich aber auf die Aufgaben innerhalb Hessens.

Mit der Zeit war es soweit, das das Vereinsheim von den Kosten her immer schwerer zu halten war. Die laufenden Kosten für Miete und Unterhalt waren ohne Spenden nicht mehr zu bewerkstelligen. Bob Ryan und Robert Heyne hatten zudem schon immer den Traum, ein eigenes Vereinsheim zu errichten, doch der Weg war sehr lange. Aus dieser Idee und dem Zwang der Kosten heraus kam es zu Gesprächen mit den Geflügelzüchtern Ornis 1904 e.V.

Klaus Bohmann, Vereinsvorsitzender der Geflügelzüchter, hatte sich sofort bereit erklärt dem Dartverein eine neue Heimat zu bieten. Das Areal der Geflügelzüchter bot auch genug Platz für beide Vereine und das gegenseitige Verständnis war auch dar. Dank der Stadt Neu-Isenburg und der IG Vereine konnte ein Vertragswerk besiegelt werden, das ein Miteinander ermöglichte. Im Jahre 2009 konnte es nun beginnen. Der Anbau eines neuen Dartvereinsraumes an den bestehenden Geflügelzüchterverein wurde begonnen und konnte im Sommer 2010 abgeschlossen werden. In einer akademischen Feier mit dem Landrat Oliver Quilling, Bürgermeister Herbert Hunkel, dem Hessischen Dartverband und eingeladenen Vereinen aus Neu-Isenburg wurde das neue Domizil eingeweiht. Eine Woche später durften dann auch alle hessischen Dartvereine bei einem Eröffnungsturnier die neuen Räumlichkeiten bestaunen.

Der Dartverein zählt heute 50 Mitglieder und hat seit der Eröffnung des Vereinsheims im Jahre 2010 viele Neu-Isenburger zum Dart spielen bewegen können. Manche kamen und gingen wieder, doch einige blieben bis heute. Heute spielt der Verein in 3 Ligen im Hessischen Dartverband (Oberliga und Bezirksliga).